„Mediendemokratie - Rendezvous der Wahrheit“, 
Gemälde von Sebastian Bieniek

„Mediendemokratie - Rendezvous der Wahrheit“ ist ein 1995  (also noch vor seinem Studium und im Alter von 20 Jahren) entstandenes medienkritisches Gemälde des berliner Künstlers Sebastian Bieniek.




Sebastian Bieniek über sein eigenes Werk:



Das Werk erforscht insbesondere die Filter und Narrative die von den Medien so zwischen dem Wähler und Machthaber installiert sind, dass praktisch gar keine reale Verbindung mehr zwischen dem Wähler und Machthaber vorhanden ist und sich alles nur noch auf der Ebene der medialen Projektion abspielt, die dadurch - durch die daraus resultierende Disonanz (die angeblich nur durch noch mehr Medien bzw. Medienaktivität behoben werden kann) - ständig zum Vorteil der Medien und Machthaber und Nachteil des Wählers vergrössert wird.

Der Wähler ist gefangen und verloren in einem Labyrinth aus Mediennarrativen, die von den Medien erzeugt werden damit praktisch alles (jede Erzählung) die der Wähler dem Machthaber entgegensetzen könnte sich in das Gegenteil verwandelt und so nie die Funktion einer Kritik erfüllt. Sie bleibt auf dem medialen Filter der sich wie ein Schutzschild um die Machthaber legt.

Sebastian Bieniek am 03. August 2009




Das Gemälde ist in Öl auf Leinwand gemalt und hat die Maße von 120x 150 cm. Es ist vorne unten links signiert und hinten ein zweites Mal signiert und betitelt.

„Mediendemokratie - Rendezvous der Wahrheit“, Gemälde, Sebastian Bieniek,  Öl auf Leinwand, Medien, Demokratie, Medienkritik, Mediokratie,

„Mediendemokratie - Rendezvous der Wahrheit“, Gemälde von Sebastian Bieniek



Mit seinem Werk „Mediendemokratie – Rendezvous der Wahrheit“ entwirft Sebastian Bieniek ein komplexes und provokatives Panorama, das den Betrachter unweigerlich in den Strudel unserer zeitgenössischen Medienlandschaft zieht.

Das Gemälde, das in seiner konzeptuellen Dichte an eine kaleidoskopartige Collage erinnert, fordert eine erneute Reflexion darüber, wie Wahrheit und Macht in der digitalen Ära verschmelzen und sich gegenseitig beeinflussen, unterstützen und nähren.

In typischer Bieniek-Manier ist das Bild kein statisches Abbild, sondern eine vielschichtige Auseinandersetzung mit den Mechanismen der Informationsvermittlung. Die zentrale Komposition zeigt eine Art Rendezvous – ein Zusammentreffen – zwischen verschiedenen Medienformen und Akteure: soziale Netzwerke, Nachrichtenagenturen, politische Ikonen und gesichtslose Avatare. Diese Figuren scheinen in einem symbiotischen, aber auch so im parasitären Verhältnis zueinander zu stehen, und vor allem in einem untrennbaren Abhängigkeitsverhältnis zueinander, wie ein Köper zu seinen Organen.

Im Zentrum des Gemäldes befindet sich ein übergroßes und dominantes Auge, das in seiner bildlichen Verwendung an das Horusauge erinnert. Dieses ist in eine Art Bildschirm eingebettet das von dem Unterkörper eines Greisen getragen wird.

Aus diesem Bildschirm sprießen Äste hervor und aus den Ästen Zweige, als wäre es ein Baum. Die die Form der Äste ist unnatürlich rund wodurch diese an eine Schlange erinnern um die herum Menschen dargestellt werden. Menschen die wegsehen, Menschen die verschwinden, abgelenkt werden oder die nur Platzhalter in einem Rahmen sind. Die Szene erinnert an die Paradiesgeschichte an den "Baum der Erkenntnis von Gut und Böse" und die Schlange die sich um seine Äste windet. Eine auf dem Boden liegende nackte Frau blutet aus und nährt mit ihrem Blut einen Ast des Baumes während ein anderer die Form eines Phallus annimmt und sich ihr von hinten annähert. Auch hier mag man Motive aus einer der unzähligen Geschichten wieder erkennen in denen sich Jupiter mal als Schlange, mal als ein Stier (der Europa) annähert und sie befruchtet. In diesem Gemälde ist der Befruchter allerdings kein Gott sondern die Medien-Maschine die immer und immer weiter und immer nur um sich selbst sich dreht.

Die Farbpalette ist bewusst auf starke und strahlende Grundfarben wie Rot, Blau, Gelb, Grün und Magenta reduziert die die Überspitzung des Medialen widerspiegeln, aber auch eine gewisse Künstlichkeit und somit Distanz zu den dargestellten Figuren schaffen. Es sind keine Menschen. Es sind Puppen.

Die Darstellung in getrennten Farben wie sie in der Drucktechnik des 20sten Jahrhunderts stattfindet verstärkt den Eindruck eines Filters der auf der eigentlichen Realitätsebene liegt und somit den Blick auf sie verhindert.

Was das Werk besonders auszeichnet, ist die subtile Ironie, mit der Bieniek die Illusion der Transparenz und Authentizität in der Mediendemokratie hinterfragt. Das „Rendezvous“ wirkt wie ein Treffen der Masken – eine Anspielung auf die Fassade, die in der digitalen Welt oftmals aufrechterhalten wird. Das Gemälde fordert den Betrachter auf, die Oberfläche zu durchdringen und die Mechanismen zu hinterfragen, die unsere Wahrnehmung formen.

Sebastian Bieniek gelingt es hier, auf beängstigende Weise die Komplexität unserer Informationsgesellschaft in einer einzigen, kraftvollen Komposition zusammenzuführen. „Mediendemokratie – Rendezvous der Wahrheit“ ist nicht nur ein künstlerischer Aufruf zur Wachsamkeit, sondern auch ein Spiegel unserer Zeit, der in seiner visuellen Dichte eine beinahe beängstigende Wahrheit offenbart: In der Mediendemokratie ist Wahrheit kein festes Land mehr, sondern ein flüchtiger Ort, den es zu erkunden gilt und der die Eigenverantwortung des erkundenden voraussetzt.


Text von Eugeniusz Stankiewicz, 2016



1. Am Anfang war die Kontrolle oder im Zentrum steht ein

überdimensionales Auge




Detail (der Baum der aus einem Monitor mit Horusauge herauswächst) 
„Mediendemokratie - Rendezvous der Wahrheit“, Gemälde von Sebastian Bieniek. Das alles sehende Auge, Überwachung, Auge des Sauron, Kontrolle

Detail (der Baum der aus einem Monitor mit Horusauge herauswächst)

„Mediendemokratie - Rendezvous der Wahrheit“, Gemälde von Sebastian Bieniek


Das alles sehende Auge im Zentrum des Gemäldes. 



Das Horusauge (Udjat-Auge) das im Zentrum des Gemäldes „Mediendemokratie - Rendezvous der Wahrheit“ steht hat in vielen Kulturen eine zum Teil archaische und sogar vorgeschichtliche besondere Bedeutung. Insgesamt lässt sich sagen dass es für „Allwissenheit“ steht, die man natürlich auch als eine Form von Überwachung verstehen kann. Und tatsächlich ist die Darstellung des „alles sehenden Auges“ in vielen Kulturen genauso wie in dem Buch von J. R. R. Tolkien „Herr der Ringe“ (dort als Saurons Auge erzählt), eine nach unendlicher Macht gierige (in Form des Ringes) um nicht zu sagen süchtige Maschine.


Die Funktion des Auges, nämlich das Sehen und durch das Sehen Überwachen wird philosophisch und soziologisch in dem Buch „Überwachen und Strafen“ von Michel Foucault erforscht mit dem sich übrigens der Künstler Sebastian Bieniek im Jahr 2000 als er für die Installation
„Life is Bad“ ("Die Welt ist schlecht" & "Le Monde est cruel") mit dem Gefängnis in Rennes/Frankreich und in Celle/Deutschland zusammengearbeitet hatte gründlich auseinandergesetzt weshalb man sagen kann dass die „Kritik an staatlicher Überwachung“ durchaus ein roter Faden in Bieniek’s Arbeit ist.


Die durch das Internet und ein (man muss es so sagen) erzwungenes „online Leben“ entstandenen im Grunde immanenten und allgegenwärtigen Formen der Überwachung von allem, hat das Auge in Bieniek’s Gemälde eine neue, um nicht zu sagen prophetische Aktualität, Bedeutung und Wichtigkeit erfahren.


Noch nie in der gesamten Menschheitsgeschichte wurde so viel gesehen, auf Datenträgern festgehalten, gemerkt immer wieder ausgewertet und überwacht wie heute.


Aus der Perspektive oder laut des Narratives der Tech-Giganten von heute die die Auswertung der aufgenommenen Daten zu ihrem Geschäftsmodell gemacht haben soll die Überwachung von allem gut sein und in eine Art Überwachungsparadies führen. Ein Paradox hält man sich Foucault’s Buch vor Augen das die Überwachung nicht als Teil eines Paradieses sondern Gefängnispraxis sieht und beschreibt. Aber gerade diese Paradox führt uns in dem Gemälde und seiner Erzählung weiter.


Wir sehen das Auge das im Verhältnis zu dem Körper das ihn trägt die Größe eines Kopfes hat auf dem Unterkörper eines nur in einen Schlüpfer gekleideten Greises stehen. Es ist in einem Bildschirm eingerahmt von der Größe eines Fernsehers. Von diesem Bildschirm gehen Äste und Zweige aus die den Unterkörper zum Stamm machen und die Aufgrund dessen dass rund und elastisch aussehen an den Körper einer Schlange erinnern womit wir bei dem Bild einer Schlange und eines Baume und damit in der biblischen Paradiesgeschichte wären. 



2. Das "alles sehende Auge" wird zum "Baum der Erkenntnis"



Im dem

Im dem "Mediendemokratie - Rendezvous der Wahrheit" Gemälde von Sebastian Bieniek, wird das "alles sehende Auge" zum biblischen Baum der Erkenntnis.


Wie es auf diesem Bild sichtbar ist entsteht aus dem Auge, das auf den Beinen eines Greises steht und sich in einem Bildschirm (Fernseher oder Computerbildschirm) befindet ein Baum. Ein Baum dessen Äste sich wie der Körper einer Schlange winden. Ein Baum also der zu einer Schlange wird, womit wir bei der Ikonographie aus der biblischen Erzählung vom Garten Eden wären. Dem Baum der Erkenntnis.

Der rote Apfel scheint hierbei die Eichel eines Phallus zu sein. Der Baum der Erkenntnis also hier als ein von Medien beherrschtes Instrument der Manipulation und Kontrolle? Das scheint jedenfalls der Künstler sagen zu wollen.

Für Bieniek ist also die Erkenntnis nur eine Art Programm und eine Abfolge der Befehle und nicht das in der westlichen Tradition stilisierte Wissen welches den Wissenden mehr als andere zu sehen erlaubt. Ganz im Gegenteil. Bieniek verneint die Messbarkeit des Wissens im Sinne einer Tiefen oder Weitenmessung. Für den Künstler bedeutet mehr an Wissen und mehr an Erkenntnis lediglich dass mehr Kontrolle vorhanden ist und dieses mehr an Kontrolle für das Ausführen von mehr Befehlen sorgt.

Das Wissen welches hier als die Kontrolle über ein Kontinuum an Befehlsgewalt dargestellt wird mag auf den ersten Blick eine pessimistische Sicht der Welt sein, allerdings nur auf den ersten Blick. Denkt man die bildliche Metapher weiter so eröffnet sie auch eine Chance und die Möglichkeit umgekehrt im hermetistischen Sinne Wissen, Erkenntnis und alles was damit zusammen hängt zu erringen indem die Kontrolle über sich selbst wiedererrungen wird. 



3. Pareidolie und die Schwelle zum Identitätsverlust



Berliner Künstler, Kunst, Bild, Surreal,

Pareidolie und die Schwelle zum Identitätsverlust, Detail aus dem Gemälde

"Mediendemokratie - Rendezvous der Wahrheit" von Sebastian Bieniek.


Ein weinendes Gesicht dass sich im trockenem Sand der Wüste auflöst oder nur Pareidolie, ein reininterpretiertes Gesicht? 


Der Zusammenhang mag die Frage beantworten. Das Detail des aus Linien bestehenden und wie ein Geäst oder Flüssigkeit sich auflösenden Gesichts befindet sich ein der linken unteren Ecke, gleich neben der Signatur, des Gemäldes „Mediendemokratie - Rendezvous der Wahrheit“ von Sebastian Bieniek. Löst die von Medien bewirkte Manipulation unser Selbstbild auf oder bestimmt es dieses sogar? 

Wenn man dem Künstler glauben würde: ja. Das Individuum also also also nur nominativ und auch nur als Etikett als etwas einzigartiges und und Wirklichkeit ein gewolltes und durch die Medien und andere Regelwerke erzeugtes Standard. Damit deckt sich die Sicht des Künstlers in Bezug auf die Individualität eines Menschen mit seiner Sicht auf die Demokratie. Beides sieht der Künstler nur als ein Etikett und nicht als die Wirklichkeit. 



4. Antikapitalismus und der Rambo im Tempel des Geldes



Antikapitalismus und der Rambo im Tempel des Geldes, Detail aus dem Gemälde

Antikapitalismus und der Rambo im Tempel des Geldes, Detail aus dem Gemälde

"Mediendemokratie - Rendezvous der Wahrheit" von Sebastian Bieniek.


Der aus den Medien hervorsprießender „Baumes der Erkenntnis“ scheint sich wie eine Schlange um die Menschen zu winden und sie einzufangen.


Die drei von ihm angefangenen Figuren durchleben eine Metamorphose in drei Stadien. Im ersten Stadium ist der Mensch nackt, zwar idealisiert aber immer noch so wie ihn der „Gott erschaffen hatte“. Im zweiten Stadium ist er mit Dollarscheinen (Geld) bedeckt die sich wie eine Maske auf ihn liegen und alles was ihn einmal darstellte überwuchern. Sein Gesicht und seine Darstellung ist nur noch die Darstellung des Geldes. Um ihn herum steigt eine rote Fläche auf, die wie die graphische Darstellung eines Kursverlaufes wie wir ihn von der Börse kennen aussieht. Am Anfang steigt der Kurs, dann steigt er noch mehr und dann, ganz plötzlich fällt er auf Null und es ist nichts mehr da - fast so wie in so vielen Märchen das Geld das sich plötzlich in einen Stein oder gar Exkremente verwandelt. 

Dahinter, weiter rechts, steht die dritte und letzte Figur. Der schlangenförmige Ast windet sich nicht mehr um den Menschen sondern hat, wie die Spitze einer Lanze, in seinen Mund reingestochen, und scheint durch seinen Hals, seine Lunge und Innereien hindurchgestochen zu sein und am unteren Ende des Darmes den Körper wieder verlassen zu haben. Wir sehen das wie ein Reißzahn spitze Ende des Astes aus dem Bauch der letzten Figur hervorgehen. 


Im dritten und letzten Stadium ist der Mensch also nur noch - eine vielleicht ausgesaugte - leere Hülle. Diese drei Stadien lassen sich chronologisch wie die Stadien einer tödlichen Krankheit lesen. 


Die Drei Figuren stehen wie die Säulen eines antiken Tempels dar dessen Dach regenbogenartig aus drei Farben besteht nämlich: Magenta, Cyan und Gelb. Das sind die Farben die in jedem Tintendrucker stecken und somit das Farbspektrum von sowohl den Printmedien wie auch von allem anderen Druckbaren, von Dokumenten bis zur Geldscheinen, darstellen. 


Als Vorlage für die erste Figur und die Umrisse der Folgenden diente dem Künstler ein Foto von Sylvester Stallone der in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wie kein anderer den US Kapitalismus und Imperialismus als den „Weg eines Gewinners der alleine gegen alle Armee der Welt gewinnt“ (so lange er nur die US-Flagge hochhält), in seinen Filmen wie Rambo geprägt und glorifiziert hatte, und sich damit von der Propaganda des kalten Krieges sowohl benutzen wie auch reich belohnen ließ. 


Übrigens benutzte der russische Film-Regisseur Nikita Sergejewitsch Michalkow in seinem preisgekrönten Film Urga von 1991 die Darstellung des „Rambo“ in Form eines Posters am Ende des Filmes auf eine ähnliche Art. Rambo als eine ideologisch-progagandistisch Ikone (im Sinne von „im Westen kannst Du alles und im Osten nichts“ und „hier wird jeder zum Herkules und bei Euch zum Loser“, also „wechsle die Fronten - laufe auf unsere Seite über, dann und nur dann wirst Du auch ein Gewinner“) und die Einführung der Videotechnik als Verbreitungsmedium einerseits und ein neuer Wirtschaftszweig andererseits hatte nicht unwesentlich zum Zusammenbruch des Ostblocks beigetragen. Ohne Video würde es sehr wahrscheinlich den Ostblock jetzt noch geben. 



5. Mediales Libido und die Erschaffung der Asexualität 

(Medien und Sexualität im Zustand der Wehrlosigkeit)



Mediales Libido und die Erschaffung der Asexualität (Medien und Sexualität im Zustand der Wehrlosigkeit) Detail aus dem Gemälde

Mediales Libido und die Erschaffung der Asexualität (Medien und Sexualität im Zustand der Wehrlosigkeit) Detail aus dem Gemälde "Mediendemokratie - Rendezvous der Wahrheit" von Sebastian Bieniek.




Da wo in der klassischen Darstellung des Baumes der Erkenntnis aus dem Grün des Baumes ein roter Apfel hervorsticht und das Objekt der Begierde ist erscheint im Sebastian Bieniek’s Gemälde „Mediendemokratie - Rendezvous der Wahrheit“ die rote Eichel eines Phallus zu dem ein schlangenförmiger Ast des Baumes aufläuft. Auf Bieniek’s Gemälde ist also - und man müsste fast fragen: was denn sonst? - die Sexualität die Triebkraft der Begierde und nicht wie in der biblischen Geschichte die Weisheit (und auch könnte man fragen: „was soll man denn eigentlich mit Weisheit?“). Fast möchte man meinen dass Bieniek die wirkliche Geschichte schreibt, besser gesagt malt, und die biblische Darstellung nur die Allegorie der echten Geschichte von Bieniek ist. Eine durchaus bemerkenswerte Sicht und Wendung, da normalerweise die Kunst für allegorische Darstellung bekannt ist und eine Umkehrung dieses Prinzips in jeder Hinsicht ein Novum wäre. 


Die Eichel im unteren Dritten auf der rechten Seite des Gemäldes biegt sich ein bisschen nach unten und in Richtung des Unterleibes einer unter ihn liegenden und von ihr abgewandten Frau die in vielfacher Hinsicht bemerkenswert ist. 


Die Frau ist verstümmelt. Ihre rechte Hand wurde gerade abgeschnitten und fehlt. Zu sehen die sauber geschnittene Schnittstelle und die durchgeschnittenen Unterarmknochen. Die Schnittstelle liegt in einer Pfütze aus frischem Blut das in einen Löffel tropft zu dem das Ende eines anderen schlangenförmigen Baumastes geworden ist. Sie ist also wehrlos und eigentlich hilfsbedürftig und wird in diesem Zustand von den Medien die zum Baum geworden sind penetriert oder zumindest scheint der nächste Schritt und deshalb Absicht des Medien-Baumes zu sein. 


6. Entwicklungshilfe also Retrorassismus das Heroin des Postkolonialismus



Entwicklungshilfe also Retrorassismus das Heroin des Postkolonialismus, Detail aus dem Gemälde

Entwicklungshilfe also Retrorassismus das Heroin des Postkolonialismus, Detail aus dem Gemälde "Mediendemokratie - Rendezvous der Wahrheit" von Sebastian Bieniek.



Auf dem Ausschnitt aus dem Gemälde „Mediendemokratie - Rendezvous der Wahrheit“ von Sebastian Bieniek ist eine Frau mit einer abgeschnittenen Hand zu sehen. Die Frau ist absichtlich nicht farbspezifisch dargestellt da der Künstler den Retrorassismus vermeiden möchte, nämlich das Zuordnen und Assoziieren der Ausbeutung mit einer bestimmten Hautfarbe. Die Ausbeutung kennt keine Hautfarbe, sondern nur Gesellschaftsschichten und Kasten. Es gibt genauso Ausbeuter jeder Hautfarbe wie Ausgebeutete jeder Hautfarbe. Deshalb ist das Zuordnen der Schicht der ausgebeuteten einer bestimmten Hautfarbe genauso wie jedwelche Hautfarbenquoten eine Art der Rassismuszustimmung die Bieniek Retrorassismus nennt.

Das Prinzip des Rassismus durch umgekehrten Rassismus nach der Art der Zwangsbefreiung, also einer per Etikette Befreiung die in Wirklichkeit eine Unterwerfung ist, ist auch das was der Künstler in der Entwicklungshilfe sieht und dafür eine Metapher in dem Bild einer abgeschnittenen Hand gefunden hat, aus der ihr Blut in einem Löffel aufgefangen wird das der Person der die Hand abgeschnitten wurde zum essen serviert wird. Hier stellt sich offensichtlich derjenige der der Person die Hand abgeschnitten hatte als ihr Retter dar der sie, mit ihrem eigenen Blut das er vergossen hatte, retten will. Hier in diesem Ausschnitt wird auf eine sehr eindringliche Art die Verlogenheit und Doppelgesichtigkeit der postkolonialen westlichen Kultur gezeigt, die immer noch, genauso wie vor 150 Jahren, die ehemaligen Kolonien ausbeutet und ihre Bewohner wie Menschen zweiter Klasse behandelt mit dem Unterschied dass sie es heute nicht mehr Versklavung sondern Entwicklungshilfe nennt. Menschen auf Augenhöhe brauchen niemanden der ihnen sagt wie sie sich entwickeln sollen und wer andere auf Augenhöhe sieht, der masst sich nicht an ihnen sagen zu müssen wie sie zu leben haben. Stellen Sie sich vor jemand würde aus Afrika in die USA kommen und den Bewohnern der USA erzählen wie sie zu leben haben, da sie offensichtlich in der jüngsten Geschichte zu mehr Kriegen und somit Leid beigetragen haben als die Bewohner jedes anderen Landes dieses Planeten.